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Einige Tage sind vergangen, aber es gibt gute Nachrichten.

Cover-Shooting
Das Shooting für das Titelbild eines Fachmagazins war am Dienstag. Die Location ganz gut – dachte ich – und ich mache mich nach kurzer Erkundung ans Aufbauen uns Einleuchten von zwei bis drei Standorten in einem wenig belaufenen Teil des Messehallen-Foyers. Habe mich für 2 Schirme (einmal Reflektor als Keylight, einmal Durchlicht als Fill) entschieden und stelle mich selber als Lichtfänger vor den Selbstauslöser. Nach 4-5 Shots stimmt die große Beleuchtung und – sh*t, was ist das? Ein dicker Querbalken im Fenster hinter mir ragt mitten durch meinen Kopf… F*ck – Anfängerfehler! Ich hab noch 15 Minuten Zeit, bis mein „Model“ erscheint.

Und auf einmal laufe ich hektisch mit der Kamera zu den beiden anderen Stellen, die ich mir ausgesucht hatte, um festzustellen, dass die, durch die Linse betrachtet, auch Probleme haben. Ich finde eine zweite Stelle, trage die Blitze rüber und versuche einzuleuchten, sieht aber auch nur mäßig aus. Es ist jetzt 5 vor Termin und Gedanken schießen durch meinen Kopf wie „hast Du doch zuviel versprochen, als Du den Job zugesagt hast?“ – Mit genügend Zeit wär’s vermutlich einfacher gewesen, aber das war heute nicht drin. Technisch bin ich zu den Fotos in der Lage, aber in Ruhe vorbereiten ist (gerade bei neuen Herausforderungen) essentiell… Wieder was gelernt.

Dann doch noch eine Stelle gefunden, die passt, einleuchten war eine schnelle Sache, einige Testshots mit mir selbst gemacht und unliebsame Überraschungen im Bildhintergrund zu finden – aber alles sieht i.O. aus. Dann kommt der Kunde und der zu fotografierende Referent, der zum Glück sehr locker ist, auch vor der Kamera. Ich setzte mein Pokerface auf, mache etwas Konversation zur Lockerung und wir fangen an zu shooten.

Mit den ersten Bildern bin ich zufrieden (zumindest laut Display). Wir wechseln zu den 3 anderen Orten direkt hinter mir für verschiedene Hintergründe – und auch wenn einer davon leider überhaupt ganz gar nicht funktioniert und die Bilder im Display eigentlich sagen „vergiss es, das wird nix“, schieße ich eine Handvoll Aufnahmen, um den professionellen Schein zu wahren „sooo, jetzt nochmal das Kinn etwas runter, jaaa und die rechte Hand höher… ja, sooo ist gut, daaaanke“. Wenn ich jetzt offen gesprochen hätte, wär die Laune und das Lächeln des Models für die weiteren Bilder im Eimer gewesen. Für die letzten Fotos sind wir nochmal rausgegangen vors Gebäude, die Blitze blieben drin. Das Licht war gut, der Hintergrund passte und da sind auch nochmal einige gute Bilder entstanden.

Fazit
Ich muss mir bei sowas mehr Zeit nehmen. Die Vorplanung per Internet (Hallenbilder rausgesucht, Lichteinfall gecheckt) ist zwar gut, aber nicht ansatzweise ausreichend. Und ich muss mehr üben, üben, üben…

Zum Glück waren 10 Bilder an verschiedenen Locations „gut genug“ um die dem Kunden als LoRes zur Prüfung fürs Layout zu geben (war auch genauso von mir angesagt – puh!). Er meldete zwar an, dass er nicht ganz sicher sind, ob die Posen ideal sind, aber da vorab leider auch auf Nachfrage kein Briefing kam und ich nur 3 ältere Titelbilder zur Ansicht hatte, gab’s wenig Anhaltspunkte… Die folgenden Bilder sind noch komplett unbearbeitet, direkt aus der Kamera. Der Kunde hat sich für drei Bilder entschieden, die er HiRes und bearbeitet haben möchte. Die gibt’s dann kommende Woche. Ach ja, der große Freiraum oben und links ist den Layout des Titelblatts geschuldet…

Event-Shooting
Das anschließende Event-Shooting, für das ich ja ursprünglich gebucht wurde, erwieß sich als die pure nervliche Entspannung, im Gegensatz zum Cover-Shooting, auch wenn die Lichtverhältnisse widrig waren (Neonlampen, Halogenkaltlicht, 300W PAR Scheinwerfer sowie Beamer im Hinter- und Bildschirme im Vordergrund, kurz, alles von 2000 – 8000 Kelvin). Überraschenderweise hab ich das meiste mit einer manuellen Vintage-Linse (meinem 135er, f2.8) geschossen. Da reichte der Aufsteck-Blitz als Fill aus und hatte schöne Farben gehabt, mein 50-200mm Telezoom war zwar flexibler, hat aber mit f4-5.6 mehr Blitz benötigt, hässlichere Farben produziert und den Hintergrund nicht weich genug bekommen.

Bei Durchsicht der Bilder hab ich dann allerdings feststellen müssen, dass die Menge an Ausschuss wegen Unschärfe doch VIEL zu hoch war. Manuelles Fotossieren bei Blende 2.8 auf bewegte Objekte ist eben ne kritische Sache, erst recht, wenn die Belichtungszeit bei ner 125stel liegt und ein 135mm-Objektiv auf der Crop-Kamera steckt…

Merke – in solchen Situationen 1) auf hässliches Licht scheißen, im Weißabgleich in Lightroom kann man’s immer noch retten und 2) pump die ISOs auf Max und schieß nie unter ner 1/250s. -> Rauschen und helles Licht mögen blöde aussehen, sind aber in der Post bis zum gewissen Grad korrigierbar. Unschärfe NICHT…

Und vom Honorar hol ich mir jetzt erst mal ne neue Linse (Canon EF 100mm f2.0 oder 135mm f2.8 MIT Autofokus).

Ach ja – und mein erste Microstockbild ist auch verkauft. Ich jubele über 1,70€ Fotolia-Umsatz!

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