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Tach Zusammen.

Heute könnte es auch ein wenig persönlich werden… Aber der Reihe nach…

Wie sieht’s bei den Banken aus? – Gut soweit. Bei beiden Banken (in meinem Fall eine Sparkasse und die Commerzbank) habe ich Hürde Nr. 1 (die Prüfung des Konzepts durch den Firmenkundenberater) genommen – und zwar mit Bravour, wie ich nicht ohne Stolz behaupten darf.

Die Sparkasse wollte gerne noch einige Überarbeitungen haben, die ich daraufhin eingefügt habe. Zum einen wollten Sie ein paar mehr Infos zu bereits vorhandenen Kontakten zu potentiellen Kunden haben – also die, von denen ich schon beauftragt wurde und bei denen das auch zukünftig passieren könnte. Und dann noch eine Ergänzung im Worst-Case-Szenario. Dort hatte ich eigentlich den Fall des Scheiterns dargestellt, inklusive eines Exit-Plans, denn schließlich will ich ja, im schlimmsten aller Fälle, nicht vor den Trümmern meiner Existenz stehen, sondern immer noch ein Plan haben, wie man weiterleben (und das Darlehen zurückzahlen) kann. Aber wenn die Bank das anders haben will, kann sie das haben. Für mich selbst existiert der andere Plan ja.

Bei einer weiteren Änderung habe ich mich aber selbst ausgetrickst. Statt der bislang mit dem Steuerberater besprochenen Pauschalberechnung der Einkommenssteuer von 35% zu bleiben, habe ich nun jedoch die Steuerberechnung mit dem www.abgabenrechner.de des Finanzministeriums ermittelt – und vermutlich prompt ‘nen Fehler gemacht. Nämlich nur mein Einkommen angegeben, aber auf Berechnung für „verheiratet“ gedrückt. Das das Einkommen meiner Frau (da „zusammenveranlagt“) da auch reinspielt, hab ich schlicht übersehen. Mal schauen, ob das die Herren Bänker bemerken… Für meinen Plan muss ich’s aber eh korrigieren – Sieht so etwas zu rosig aus…

Die Commerzbank hat meinen eingereichten Plan nach Durchsicht sogar direkt als sinnvoll bewertet und gesagt, dass sie „das Projekt gerne begleiten möchten“. Kann ich doch gut mit leben.

Nun geht die nächste Phase los. Ich werde meinen geliebten Oldtimer verkaufen, denn natürlich brauche ich das darin gebundene Kapital. Das fällt mir überraschend einfach, obwohl ich ein großer Autonarr bin. Fotos gibt es natürlich schon. Nun werde ich für das Teilchen eine nette Webseite bauen und schauen, ob ich meine Vorstellungen bzgl. des Kaufpreises umsetzen kann. Solltet Ihr jemanden kennen, der einen kleinen, lauten, harten englischen Roadster mit viel Fahrspaß für überschaubares Geld haben möchte – lasst es mich wissen.

Und ansonsten sitz ich echt auf heissen Kohlen. Ich will, dass ich endlich loslegen kann. Das heisst, genau genommen will ich erst mal da raus, wo ich jetzt bin. Versteht mich nicht falsch, ich war sehr lange sehr gerne da. Aber Männer Anfang 40 kriegen manchmal so Anwandlungen, dass sie im Leben etwas ändern müssen und dann wird das bisherige unerträglich. Manche verlassen Frau und Kinder – ich wechsele den Job. Ich hab meinen alten Job 12 Jahre lang supergerne gemacht, es gab nur wenig Anlass zur Klage, aber seit 2 Jahren wird es zusehends schlimmer.

Das liegt zum einen sicherlich daran, dass sich in der Firma einiges ändert und dass diese Veränderungen (die durch Wachstum hervorgerufen wurden) nicht immer gut abgepuffert werden konnten. Zum anderen aber merke ich auch selber, dass ich in kleinen Organisationeinheiten besonders gut funktioniere und es mich stresst, dutzende Projekte mit Dutzenden von Leuten koordinieren zu müssen oder schlimmer noch, Meinungen zu berücksichtigen, bei denen ich weiss, dass sie falsch sind, aber sie kommen halt von höherer Stelle. Ich sehne mich so sehr danach, ein Problem zu erkennen, eine Lösung zu erarbeiten und diese dann umzusetzen, anstatt mit 5 Leuten in Meetings zu erörtern, dass sie auch schon mal ein Problem hatten und welche der 7 Lösungen denn nun aus Sicht der verschiedenen Diskussionsteilnehmer die womöglich beste ist, um dann nach Umsetzung und Diskussionen von den anderen Teilnehmern zu hören, dass eigentlich eine andere Lösung bestimmt besser gewesen wäre.

Mag sein, dass die erstbeste Lösung nicht immer die optimale ist. Wahrscheinlich ist sie es sogar selten. Aber mein Erfahrungsschatz aus 20 Berufsjahren (und einem nicht unbescheidenen Erfolg bislang) sagt mir, dass die meisten meiner Ideen nicht kompletter Unfug sind. Einige Wochen werde ich mich noch gedulden müssen, bis ich mein (im Geiste schon oft geprobtes) Kündigungsgespräch führen kann… Hoffentlich.

Wir halten also fest, dass auch in diesem Fall die Frustration am Arbeitsplatz durch zuwenig Mitbestimmungs-Spielraum der Grund und Auslöser für eine Kündigung ist. Es ist zuwenig Befriedigung für zuviel investierte Energie. Da stecke ich mein Engagement doch lieber (überlegt und von Profis unterstützt) in mein eigenes Business, werde mir dort sicherlich das ein oder andere blaue Auge einfangen – aber wie heisst es so treffend?

Wenn Du zwischen zwei Übeln wählen musst, wähle das, welches Du noch nicht kennst.

Und zum Abschluss noch ein Charakter-Portrait von letzter Woche. Brontal frontal, Clamshell-Licht-Setup und eine etwas extremere Bearbeitung. Gute Nacht.

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