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Liebe Leser,

der letzte Eintrag ist eine Weile her. Inzwischen ist aber doch einiges passiert – ich musste mir nur erst mal klar werden, wie ich damit weitermache. Ich hatte eingangs geschrieben, dass ich auch die Schattenseiten nicht ausklammern wollte, auch wenn ich einmal mit einer Idee scheitere, soll es hier stehen… Nun, vor etwa 10 Tagen war es soweit.

Eine der beiden Banken (auf die ich eigentlich gezählt hatte), schickte eine Absage – und zwar mit Pauken und Trompeten. Aber leider ohne echte Begründung. Im Detail: Der Kundenberater, der meinen Businessplan vorgeprüft und für gut befunden hat, reichte die Unterlagen dann in die interne Kreditprüfung weiter und da nahm das Unheil seinen Lauf. Die Entscheidungen fällen heute nicht mehr Menschen mit Hilfe von Computern – die Entscheidung wird weitestgehend der „multivariaten Diskriminanzanalyse“ überlassen. – Im Klartext heisst das, dass ein Programm anhand von Unmengen statistischer Daten errechnet, wie wahrscheinlich mein Scheitern ist. Und somit das Kreditausfallrisiko der Bank. Es wird mit den Zahlen meines Businessplans und mit einigen Antworten auf Multiple-Choice fragen gefüttert, dann rechnet es eine Weile und am Ende kommt ein Rating-Wert (bzw. ein Scoring) heraus – eine Zahl zwischen 1 und 20 (wobei ich mein Ergebnis bislang weder weiss, noch was die Zahl umformuliert in Schriftdeutsch bedeuten würde).

Jedenfalls war es so deutlich unterhalb der Vorgaben der Bank, dass ein Nacharbeiten des Businessplans nicht sinnvoll scheint. Auf meine Frage, welche Kriterien denn genau zur Ablehnung durch das Programm führten, konnte mir der Kundenberater aber auch keine Antwort geben… Er wusste es nicht, weil das Programm diese Informationen nicht preisgibt… na super. Ich hatte da irgendwie einen Douglas-Adams-Moment… Ich sag nur „42“.

Gerade mal 2 Tage vorher hatte mit auch die Bankberaterin der anderen Bank mitgeteilt, dass auch bei der erneuten Überprüfung wohl nicht die KfW-Ansprüche erfüllt würden. Diese würde nur Firmeninvestitionen und Betriebsmittel finanzieren, jedoch nicht den Unternehmerlohn. Eine Rückfrage bei der KfW ergab zwar, dass die Wahrheit in der Mitte liegt (für die ersten 9 Monate ist das sehr wohl möglich und damit würde mein Plan genehmigungsfähig sein) – aber schlussendlich würde auch diese Bank mit einer ähnlichen Analysemethode arbeiten, wie die oben beschriebene. Alternativ schlug sie aber die Option eines Ratenkredites vor, der aber höhere Zinsen hat.

Da stand ich nu erst einmal, wie ein begossener Pudel. Beide Nachrichten erreichten mich natürlich während meiner Arbeitszeit und ich musste schon schauen, gefasst zu bleiben, denn die Kollegen sind natürlich nicht im Bilde…

So kam es auch, dass ich erstmals seit Beginn meiner Überlegungen die Option einer Teilzeit-Fotografie in Betracht zog. Freunde hatten mich das schon vorher gefragt, aber bislang schien es mir keine Option. Ich leite in meiner jetzigen Position als Führungskraft ein recht großes Team und die Arbeit ist eigentlich kaum zu schaffen. Aber nun habe ich die Idee doch noch einmal durchgespielt und zusammen mit der Option, eine neue Person einzustellen, die das Projektmanagement übernähme, so dass ich mich „nur“ um fachliche Fragen kümmern muss, könnte ein Weg sein – dachte ich. Natürlich muss der Arbeitgeber auch davon überzeugt werden, denn obwohl der Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf Teilzeit hat, so kann der Arbeitgeber das aus betriebswichtigen Gründen ablehnen – und das wäre in meinem Fall nicht schwer…

Aber als ich heute, am ersten Arbeitstag nach einem Kurzurlaub wieder im Büro war, brach es wieder über mich herein. Ich WILL HIER RAUS. Ich will wieder mein eigener Herr sein, Herr über meine Entscheidungen, über meine Zeit und meine Ziele. Zu viele Hände zerren an mir, von oben, unten, rechts und links. Und dafür bin ich nicht gemacht. Ich will mein eigenes Plätzchen haben, da darf es gerne laut und stressig und hektisch sein – aber ich will wissen, wofür ich arbeite. Ich will nach MEINEN Überzeugungen tätig sein, MEINE Ziele verfolgen und nicht jede Entscheidung entweder mit 5 Personen absprechen müssen. Ich will Entscheidungen auch nicht dahingehend fällen, welche Lösung am wenigsten Widerstand innerhalb der Firma erzeugt, sondern welche das nach meiner Meinung BESTE für die Aufgabenstellung ist.

Soweit mal die Hiobsbotschaften der letzten Wochen. Aber es gibt schon ein Plan, wie es weitergeht. Aber davon werde ich Euch ein andermal erzählen…

Bis dahin noch einige Bilder von einem Photowalk mit einem befreundeten Fotografen…

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