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Mein letzter, zugegebenermaßen recht wortkarger Beitrag ließ den ein oder anderen sicher aufhorchen. Es gab ja nicht viel zum Fehlinterpretieren. Jawoll – die Gründungsfinanzierung ist seit Donnerstag früh durch. Die Ratenkredit-Variante hat geklappt und damit hat die Übergangsphase begonnen…

Der erste Schritt war die offizielle Kündigung bei meinem Arbeitgeber. Ein Gespräch, dass ich im Geiste schon dutzende Male geführt habe – jedes mal mit einem leicht anderen Tenor, je nachdem ob gerade etwas vorgefallen war, was mich wieder auf die Palme gebracht hat. Aber unterm Strich lief alles doch sehr freundlich und konstruktiv, jedoch ohne auf die notwendigen, kritischen Worte verzichtet zu haben. Es hat schließlich einen Grund warum ich gehe. Man gibt nicht einfach so eine passabel dotierte Führungsposition mit Personalverantwortung, Firmenwagen und Dienstreisen rund um die Welt auf, um sich zu verschulden und in eine ungewisse Zukunft zu starten. Natürlich zieht mich auch vieles zur Fotografie, aber die wäre auch weiterhin ein prima Hobby gewesen. Wie auch immer.

Das Kündigungsgespräch (nach immerhin 14 Jahren) hatte mir mächtig Adrenalin durch den Körper gejagt und ich habe wohl einen ziemlichen Monolog gehalten. Mache ich normalerweise zwar auch, aber hier waren meine Gegenüber ziemlich sprachlos. Damit hatte niemand gerechnet. Meinem Team habe ich ebenfalls am Donnerstag die Info gegeben – hier gab es durchaus Leute, die nicht erstaunt waren. Die kennen mich aber auch schon viele Jahre aus dem täglichen Umgang. Der Rest der Belegschaft hat es gestern offiziell erfahren. Die meisten waren mehr als überrascht, manche sogar fassungslos. Natürlich schmeichelt es einem, wenn da so viel Anteilnahme kommt. Manche Kollegen konnten es aber erstmal schlecht wechseln, die waren mit der Info womöglich einfach überfordert (die Firma ist nicht sehr groß und ich war halt eben einfach quasi schon immer da). Wieder anderen ist es vermutlich einfach schnurzpiepe. Auch gut.

Das heisst, auf der einen Seite werden die Arbeiten, Projekte und Maßnahmen so langsam abgeschlossen. Bis Dezember habe ich Zeit, die Übergaben vorzubereiten, den Status Quo zu dokumentieren (ob in den nächsten Wochen schon ein Nachfolger bereitsteht, ist fraglich). Da gibt es doch einiges zu tun. Und parallel dazu werden die ersten Schritte für das neue Unternehmen gemacht werden müssen. Vieles, was bislang nur graue Theorie war, wird nun Praxis. Die Gewerbeanmeldung, Mitgliedschaft bei der Berufsgenossenschaft und Eintragung bei der Handwerkskammer. Eröffnung eines Geschäftskontos, Information bei meiner Bank, dass ich mein Girokonto nun nicht mehr als Angestellter führe, sondern selbständig bin (was Auswirkungen auf den Dispo hat), der Kauf eines eigenen Autos und so weiter.

Und natürlich nicht zu vergessen, die gesamte Geschäftsausstattung. Firmenlogo gestalten lassen (über www.12designer.com und dann mit befreundeten Designern finalisieren) , eine „richtige“ Webseite bauen, mit Texten, AGBs usw. Visitenkarten, Aufkleber für mein Equipment, ein erster Flyer (Drucksachen vermutlich online über diedruckerei) und zu guter Letzt vielleicht noch Dienstkleidung in Form eines schwarzen Hemdes mit Logostickerei am Kragen – aber das muss ich noch mal schauen. Mein kleines Heimbüro ist schon eingerichtet, aber ein Telefon fehlt noch (hab aber schon vor Monaten per VoIP eine tolle Nummer ergattert). Und ein paar weitere technische Details fehlen noch oder müssen umgestellt werden, da der bisherige „Stealth-Mode“ Dinge wie eine gmx-Mailadresse notwendig machten (bäh). Diese Zeiten sind nun vorbei.

Die ersten Aufträge warten schon – zwar logischerweise immer noch über bekannte Personen (in dem Fall meine Frau) vermittelt, aber so läuft das nun mal an Anfang. Da fällt mir ein – ich muss nachher noch beim Floristen einen ziemlich dikkkkkken Blumenstrauß für meine Holde abholen. Denn ohne Ihren Support würde ich jetzt diese Sätze nicht schreiben können. Ob es die rein mentale Unterstützung war („ich glaube fest daran, dass du das schaffen kannst“), pragmatische Vorschläge und Zugeständnisse („Warum reissen wir nicht die Wandschränke im Kabuff raus und Du machst da erst mal Dein kleines Büro rein? – Den Kram kriegen wir auch anderswo unter.“) bis hin zu ganz handfesten Dingen wie der Eintragung als 2. Kreditnehmer. Ohne diesen Schritt würde die Finanzierung wahrscheinlich (oder ziemlich sicher) nicht geklappt haben… Daher zum Abschluss, thematisch passend, ein Bild von einer Hochzeit, die ich letztens fotografisch begleitet habe. – Demnächst mehr von dieser Stelle. Yippie-Ya-Yeah Schweinebacke.

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