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So – der erste Monat als selbständiger Fotograf ist nun rum. Zeit für eine kleine Zwischenbilanz. Wie war es so?

Die geschäftliche Seite
Nun, im ersten Monat ist noch viel Organisatorisches zu erledigen. Dinge wie Geschäftsbankkonto eröffnen, Mandatsvertrag mit dem Steuerberater, Online-Banking-Software und Finanzsoftware installieren und mit dem neuen Konto verknüpfen, Auto kaufen, anmelden, Schadensfreiheitsrabatt von der alten Firmenwagenversicherung übertragen bekommen, etc. pp.

Und dann natürlich noch die eigene Webseite. Die stand schon weitgehend fertig, wurde dann am 1.1. gelaunched, aber es fehlten noch einige Dinge. Die Zweit-Webseite mit den freien Arbeiten zum Beispiel. Aber auch die Integration der Google Webmaster Tools und von Analytics, die ein oder andere Anpassung des ausgesuchten WordPress Themes auf Eigenarten des Internet Explorer 8 (den durchaus noch viele Großunternehmen im Einsatz haben) und dann natürlich das Aufsetzen der Facebook-Seite (inkl. des Sammelns der ersten 100 Likes :).

Die ersten 2 Wochen war ich im Januar fast ausschließlich noch mit Organisation beschäftigt, erst in Woche 3 und 4 kam ich zu den ersten Akquise-Maßnahmen. Diese bestanden hauptsächlich erst einmal darin, Kontakte von früher zu reaktivieren. Über meine Frau kenne ich einige Leute aus der Kongress- und Tagungs-Branche. Dort gibt es immer auch größere Events, bei denen Fotografen gebraucht werden (manchmal machen es aber noch die internen Azubis mit der DSLR und Kit-Linse der Firma). Hier habe ich also meine Rute ausgeworfen und auch schon einige Angebote am Haken. Harren wir der Zusagen die da hoffentlich kommen mögen. Die ersten Events wären im März – dann aber auch gleich 2 größere. Daumendrücken.

Ansonsten habe ich zwei Gründer-Stammtische / -Events besucht, in der Hoffnung, dort auch neben dem Austausch unter Gleichen das ein oder andere Mal meine Dienstleistung platzieren zu können. Neu gegründete Unternehmen müssen sich schließlich auch werblich darstellen und früh geknüpfte Geschäftsbeziehungen halten oft lange… so lautete zumindest der Plan. Leider waren bei beiden Events überwiegend Leute aus dem Bereich Internet und MobileApps / Social Apps unterwegs, die oft noch gar keine genaue Idee hatten, was sie wollten. Nur sehr wenige, die tatsächlich schon gegründet hatten (aber das Trendwort „Entrepreneurship“ wurde eifrig herumgetragen *muhahaaa*). Die Idee war also schon mal nicht so erfolgreich (ein Angebot ging trotzdem raus, mal schauen …)

Am letzten Tag im Januar gab es dann aber doch noch ein Shooting. Für die Mitarbeiter-Zeitung des Arbeitgebers meiner Frau habe ich ja dankenswerterweise schon eine Dauerbuchung für alle 4 Ausgaben in 2013. Es stand ein Besuch in einem Hochsicherheits-Rechenzentrum an, dort wo auch Banken z.B. Ihre Rechner fürs Online-Banking stehen haben. Ein bisschen wie Fort Knox das Ganze. Aber spannend.

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Und auf der Gefühlsseite so?
Im Dezember ging ja schon die Übergangsphase los, aber so richtig selbständig war nun erst der Januar. Meine Frau ging jeden Tag ins Büro und ich blieb jeden Tag zu Hause und ging dort ins Büro. Mein kleines Kämmerlein lässt mich da konzentriert arbeiten. Dank Tageslicht-Farbtemperatur-Lampe fühle ich mich auch jederzeit wach und aktiv, auch wenn’s draussen schon dämmert.

Ansonsten war es aber schon irgendwie seltsam. Normalerweise war die Situation, in der ich den ganzen Tag zu Hause war, am Computer gesessen, Bildbearbeitung gemacht, das Web gesurft und ähnliches getan habe, immer Urlaub gewesen. Und irgendwie fühlte sich das nun auch abends immer noch so an. Nicht, als hätte ich den ganzen Tag gearbeitet. Mal sehen, wie lange das so bleibt.

Ansonsten genieße ich es, auch mal tagsüber kurz eine Maschine Wäsche anschmeißen zu können und so keine Engpässe mehr an sauberen Socken oder weissen T-Shirts zu haben. Vielleicht nicht für jedermann nachvollziehbar, aber für mich auch das eine Steigerung der Lebensqualität. Ein weiterer Vorteil ist, dass ich sehr innerstädtisch wohne. Da meine Frau und ich uns das Auto teilen, ist es prima, dass ich trotzdem fußläufig alles erreichbar habe. Supermarkt, Büroartikel, Computerladen und den Mittagssnack beim Bäcker, Döner, Mäckes, oder Metzger.

Allerdings träume ich in letzter Zeit immer wieder mal von meiner alten Firma. Sind keine explizit schönen oder schlimmen Träume, aber meist sehr skurril. Da scheint noch das eine oder andere aus den letzten 15 Jahren verarbeitet werden zu wollen … ;-)

Daumendrücken
Wünscht mir Glück, für die Angebote die ich draussen habe. Es wäre schön, dort etwas zum Starten zu haben. Auch im Februar wird noch einiges Logistische abzuarbeiten sein. Auch werde ich da erst mal auf bestehende Kontakte weiter zugehen und Jobsuche betreiben. Die Kaltakquise-Phase kommt danach.

Ach ja – ich probiere derzeit noch ein weiteres Business-Netzwerk zum Thema Empfehlungsmarketing, was mir von einem anderen Fotografen empfohlen wurde. Mal schauen, wie das so angeht…

Chaka!

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