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Kürzlich habe ich ja meinen Fotokoffer geöffnet und ein bisschen über mein Equipment geplaudert. Vielleicht war ja für den ein oder anderen überraschend, dass da so alte Kamera-Bodies Verwendung finden. Auch meine Objektive sind nicht gerade aus der L-Klasse. Aber wie schlägt sich das, abseits aller Benchmarks (wie den DxOMark) in der Praxis – vor allem im Vergleich zu neuem Gerät. Kürzlich bot sich eine Gelegenheit, das live auszuprobieren.

Es galt eine Gala zu fotografieren und aufgrund der Größe des Ereignisses war ich mit einem befreundeten Fotografen dort, der bereits langjähriger Profi im Bereich der Event-Fotografie ist. So konnte ich außerdem sehr viel lernen – aber das nur am Rande. Es ergab sich durch die Situation, dass wir oft die gleichen Motive bei vergleichbaren Bedingungen aus verschiedenen Blickwinkeln fotografierten. Nur halt mit unterschiedlichem Equipment. Ich habe versucht, eine repräsentative Auswahl von Bildern zu finden, die halbwegs vergleichbar sind. Da wir die Motive aber oft mit unterschiedlichen Settings fotografiert haben, habe ich die Exif-Daten zu ISO, Belichtungszeit, Blende und Blitz hinzugefügt. Manche Unschärfe ist daher u.U. nicht der Linse oder dem Sensor geschuldet, sondern anderen Blenden- oder Belichtungszeit-Einstellungen. Auch sind die Bilder unter fotografischen Gesichtspunkten nicht immer eine perfekte Auswahl, mir kam es hier mehr auf die technische Vergleichbarkeit an.

Das Prozedere
Um einen möglichst fairen Vergleich zu fahren, haben die Bilder nur eine minimale Entwicklung aus dem RAW-Zustand erfahren. Es wurde ein Weissabgleich gemacht, die Belichtung wurde dezent angeglichen (max. ±2/3 Blende), desweiteren wurden die Lightroom Standardeinstellungen für Schärfung (25) und Entrauschen (25) beibehalten. Zum Schluss kam noch die Linsenkorrektur inkl. chromatischer Abberation hinzu.

Die Bilder 1 bis 5 sind jeweils beim Export auf 2.000 Pixel Breite skaliert worden, für Pixel-Peeper gibt es die Bilder 6 und 7, die 1:1 Exporte sind. 1,2 und 6 sind jeweils mit einem Weitwinkel-Zoom gemacht, die Bilder 3,4,5 und 7 mit einem Tele-Zoom.

Meine Kamera ist eine Canon 20D (von 2004/2005), gebraucht für etwa 200 € zu bekommen, mein Weitwinkel-Zoom ist ein Tamron 17-50 für ca. 300 €, als Tele habe ich mir für diese Veranstaltung ein luxuriöses Canon 70-200 L 2,8 IS II gemietet, da mein preiswertes Sigma mit 5,6er Offenblende bei vollem Zoom einfach zu Lichtschwach gewesen wäre.

Die andere Kamera ist eine Canon 1D Mk IV, für die aktuell etwa 4.000 € hinzulegen sind. An dieser kam ein 16-35 L-Zoom von Canon zum Einsatz, als Tele dann auch das 70-200 L 2,8 IS, allerdings noch in der alten Version. Beide Kameras hatten je nach Situation Aufsteckblitze im Einsatz (ich Sigma, er Canon).

Und nun, nach dem ganzen Vorgeplänkel nun die Bilder – und ihr dürft mal unten in der Abstimmung raten, welche Kamera A und welche Kamera B ist.

Kamera A (links)                      Kamera B (rechts)

KameraA-1 KameraB-1 Bild 1

KameraA-2 KameraB-2 Bild 2

KameraA-3 KameraB-3 Bild 3

KameraA-4 KameraB-4 Bild 4

KameraA-5 KameraB-5 Bild 5

KameraA-6              KameraB-6 Bild 6

KameraA-7              KameraB-7 Bild 7

Nochmal ganz deutlich: Dies ist kein Labor-Vergleichstest, der Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebt. Ich war nur sehr überrascht, wie nah die Ergebnisse doch zusammenliegen, bei einem Preisunterschied von Faktor 5 (Weitwinkel-Zoom) und Faktor 20 beim Body (von 7 Jahren technischem Fortschritt ganz zu schweigen).

Viele Vorteile einer High-End-Kamera sind aber hier auch gar nicht erfasst worden. Allerdings sind viele davon für mich auch nicht unbedingt relevant … Interessant allemal! Und ihr so?

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