Schlagwörter

, , , , , , , , , , , ,

Letztens hatte ich ja schon eine erste Halbjahresbilanz gezogen, allerdings fehlten da immer noch Informationen, um mir wirklich einen kompletten Überblick zu verschaffen. Da bin ich auch immer noch dran. Meinen Kontostand kenne ich zwar, aber die Rentabilität, sprich die Sicht der Buchhaltung, die größere Anschaffungen ja nicht auf einmal verbucht, sondern mit einer monatlichen Abschreibung, ist noch mal etwas anderes. Da werd ich wohl auch erst nächste Woche was Finales wissen, aber es gibt trotzdem noch einiges zu berichten, was ich im Folgenden tun möchte.

Ein halbes Jahr dauert’s
Und zwar mehrere Dinge. Zum einen, dass die Suchmaschinen-Optimierung meiner Webseite Früchte trägt. Ich fokussiere mich nicht zu sehr darauf und ich trickse auch nicht, aber ohne geht’s natürlich nicht. Ich nutze All-in-One-SEO als WordPress-Plugin, habe die meisten Bilder mit aussagekräftigen (keywordrelevanten) Dateinamen versehen und sehe zu, dass in meinen Texten die entsprechenden Schlüsselworte vorkommen. – Ich war überrascht, dass ich unter der Suche „business fotograf frankfurt“ inzwischen unter den ersten Treffern zu finden bin :) Merkte allerdings auch gleich, dass die Suche „businessfotografie frankfurt“ noch nicht viel von mir hält. Das werd ich demnächst noch optimieren, auch wenn dann die Schreibweisen auf meiner Webseite nicht ganz konsistent sind …

Habe außerdem über das Google-Keyword-Tool rausgefunden, dass die von mir ausgesuchte Suchwortkombi nur etwa 50-60 mal im Monat gesucht wird, während die allgemeinere Anfrage „Fotograf Frankfurt“ ca. 10.000x gefragt ist. Natürlich gibt es da viel mehr Konkurrenz (liege derzeit irgendwo auf Seite 7-10), aber eben auch viele Passbild-Suchen etc. Mal schauen, inwieweit ich mich damit noch befasse.

Aber es scheint zu fruchten. Im Juli kamen mehr Anfragen von Neukunden rein, als in den letzten Monaten. Lediglich ein Job über eine Bekannte von mir, zwei weitere Anfragen über indirekte Empfehlungen, sowie 4 Angebotsanfragen über Web und Mailing (jawohl, eines der Postmailings). Alles irgendwo zwischen einigen hundert und einigen tausend Euro. Zusätzlich noch etwa ein halbes Dutzend Anfragen nach Passfoto und Bewerbungsbildern, die ich aber, mangels Studio, ablehnen muss.

Ebenfalls bis jetzt hat es gedauert, in die Künstlersozialkasse zu kommen. Im Vorfeld ist es ja schwierig, konkrete Aussagen von denen zu erhalten, ob man mit seiner Tätigkeit aufgenommen wird (bzw. versicherungspflichtig ist). Als Nachweis der gewerblichen künstlerischen Tätigkeit will die KSK Nachweise in Form von Werbematerial, Rechnungen und Kontoauszügen haben. Im April habe ich meine Unterlagen eingereicht. Im Juni gab’s dann noch mal eine Rückfrage und Mitte Juli kam dann endlich das Schreiben mit der Bestätigung. – Jetzt wollen wir nur hoffen, dass ich auch dauerhaft in den Genuss der Leistungen komme

Mehr Fotografieren
Auch wenn im Juli die Anzahl an Anfragen schon ok war, hatte ich doch noch reichlich Leerlauf – ist eben auch Urlaubszeit. Getreu der Empfehlung „get as many people in front of your camera as possible“ und weil ich mich ja noch letztens beschwerte, dass ich zuwenig fotografiere, habe ich diesen Monat mal einen Aufruf unter Freunden und Bekannten gestartet.

Ich wollte mehrere Dinge damit erreichen. Zum einen wollte ich gerne Peter Hurleys Licht-Setup ausprobieren. Zum andern aber auch das Thema „Menschenführung“ üben, sprich, wie bekommen ich es hin, dass die Menschen vor der Kamera locker sind und freundlich lächeln. Wir alle wissen ja, dass das Kommando „und jetzt bitte ganz locker sein und freundlich lächeln“ leider das genaue Gegenteil bewirkt. Also hab ich auf Facebook unter meinen lokalen Connections mal eine Rundmail an etwa 15 Leute gemacht und eine Woche eingeplant, die unser Wohnzimmer zu 50% zum Fotostudio wird. Und siehe da, es sind 8 Personen, die sich gerne fotografieren lassen wollten. Manch einer sogar mit der Ankündigung „ich stell mich immer sehr dämlich an“ – aber das ist je genau mein Ziel, solche Leute zu knacken. Hier sind schon mal ein paar Ergebnisse.

Schön daran auch, wenn man anschließend von Lob überschüttet wird, wie „ich hab noch nie so tolle Bilder von mir gehabt“ … Und wohl gefühlt vor der Kamera haben die Leute sich auch.

Aus den Ergebnissen entstand sogar  die Idee, ob es nicht die Chance gibt, tatsächlich auch (nach Peter Hurleys Vorbild) hier ein spezielles Angebot „Actor’s Headshots“ für Schauspieler oder Moderatoren zu schaffen. Frankfurt ist zwar nicht der Nabel der Medienwelt, aber das ZDF in Mainz sitzt nur einen Steinwurf entfernt und es gibt hier durchaus diverse Theater. Das Ganze über eine eigene schicke Webseite mit Parallax-Scrolling… Aber das ist eine andere Geschichte (auch wegen Studio etc.)

Um die Ecke denken
Und dann gibt’s da ja immer noch die Fälle, bei denen man kreativ sein muss – und damit meine ich nicht bei der Bildgestaltung. Fall 1: Ein Kunde, der zunächst nach 400 Mitarbeiter-Portraits gefragt hatte, brauchte auch Bilder von den Geschäftsräumen und wollte wissen, ob ich das auch kann. Nun – im Laufe der Zeit habe ich auch verschiedene Locations abgelichtet, obwohl ich definitiv kein Architektur-Fotograf bin. Daher hab ich dann recht fix eine kleine Galerie in WordPress angelegt mit den besten Fotos dieses Genres (wobei einige davon wirklich nur glückliche Schnappschüsse waren), und dem Kunden zugesendet. Der war auch entsprechend beeindruckt. Leider hat man aber aufgrund der Logistik dann doch die interne Kollegin herangezogen, die mal früher Fotografin gelernt hat. However … Die Galerie kam trotzdem gut an, und ich weiss aufgrund interner Quellen, dass die wohl mit den internen Lösung nicht glücklich sein werden…

Bei Fall 2 kam eine weitere Anfrage von einem regelmäßigen Kunden (wobei ich erst seit kurzem mit dieser Abteilung arbeite). Sie machen eine große Tagung an einem Termin, an dem ich aber schon für ein anderes Event gebucht bin. Da sich große Events schlecht verschieben lassen, kann ich den Auftrag nun nicht wahrnehmen. Aber trotzdem wollte ich dem Kunden ja eine Lösung anbieten und nicht einfach nur sagen „such dir nen anderen“. Denn vielleicht bleibt er dann beim anderen … Also hab ich einen befreundeten Fotografen (der sogar viel mehr Erfahrung hat als ich, aber quasi im Ruhestand ist) angesprochen, ob er Zeit und Lust hätte. Und er hatte. Und dann hab ich den Kunden gefragt, ob es denn in Ordnung wäre, wenn wir alles so machen, wie bisher (Briefing, Rechnung etc. über mich), nur käme dann am Tag des Events ein Kollege. Gut war, dass derjenige auch schon als Co-Fotograf auf einem großen Event des Kunden fotografiert hat. Das war dem Kunden sogar sehr Recht, weil er sonst selber hätte suchen müssen. Meinem Fotografen-Freund war es Recht, weil er was verdient, mir war es doppelt und dreifach Recht, weil ich eine kleine Handling-Fee behalten kann und den Kunden bedienen kann.

Alles wird gut.

Advertisements