2015 – ein Rückblick

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Wow – obwohl sich auf diesem Blog nichts mehr tut, haben letztes Jahr fast 1.000 Personen hierher gefunden und dabei fast 4.000 Beiträge gelesen – vielen Dank dafür! Es scheint so, als hätte ich damit einen Nerv getroffen. Daher möchte ich auch in diesem Jahr einen kleinen Einblick geben, in die Entwicklung meiner Selbständigkeit.

Gleich vorab aber noch etwas Werbung in eigener Sache. Dieses Jahr werde ich ich am Sonntag, den 13. März 2016 als Referent beim CreativeBiz-Seminar „Von der Fotografie leben“ dabei sein. Veranstalter Michael „Omori“ Kirchner ist ja sicher vielen ein Begriff und er hat eine tolle Truppe zusammengesucht, die aus den verschiedenen Erfahrungsschätzen berichten und wertvolle Tipps geben, für alle die sich auch mit dem Gedanken an eine Verselbständigung tragen. Einige Plätze sind noch frei – aber vermutlich nicht mehr lange.

Nun aber erst mal zu meinem 2015. – Ich mache eigentlich nur für mich selbst am Ende jeden Jahres zwei Dinge, um diese 12 Monate Revue passieren zu lassen. Das eine ist ein Jahrbuch, in dem von allen Foto-Jobs (und auch freien Projekten) eine Bildauswahl enthalten ist. Quasi die eigene Werkschau. Das gibt tatsächlich visuell immer noch eine schöne Übersicht über das Jahr – und man kann es auch mal schön herzeigen (im kleinen Kreis).

Das andere ToDo ist mein eigener „Jahresabschluss“ – nicht im steuerlichen Sinne, aber schon finanziell und geschäftlich. Und aus diesem gibt es gleich mal einige Charts zu sehen, allerdings bereinigt um konkrete Umsatzzahlen.

Umsatzkurve

Als erstes mal die aufaddierten Umsatzkurven meiner ersten 3 Jahre im Vergleich. Hier sieht man, dass 2015 im Frühjahr etwas schwächer war, als 2014, aber dafür hat es in der 2. Jahreshälfte tüchtig nachgelegt. Ursache: Bei einem Stammkunden gab es einige Umstrukturierungen, so dass einige Aufträge, die noch 2014 dabei waren nicht mehr vergeben wurden, dafür kamen ab Sommer eine Reihe neuer Kunden hinzu.

Da hat mich natürlich interessiert, aus welchem Tätigkeitsfeld denn die Umsätze so herkommen. Man hat ja oft so ein Gefühl und überschlägt vielleicht auch Pi x Daumen, aber durch echtes Nachrechnen hat man entweder echte Sicherheit oder große Überraschungen ;-)

Umsatz-Segment

Klar war mir bewusst, dass vor allem die Events im 2. Halbjahr für Umsatz gesorgt haben, aber es war durchaus interessant zu sehen, dass meine beiden Haupt-Tätigkeits-Felder umsatzmäßig in Summe etwa gleichauf liegen. Unter „Sonstige“ habe ich all das verbucht, was nicht Event oder Portrait ist, also z.B. Aufträge für Gebäudefotos, Produktfotos oder Training, aber auch mal ein Video oder eine WordPress-Webseite (was ich beides nicht offiziell anbiete, aber in kleinem Rahmen mache, wenn jemand auf mich zukommt). Auch das durchaus interessant …

Da man als Gründer zu Beginn immer auf persönliche Kontakte angewiesen ist, die einem mal den ein oder anderen Auftrag zuschustern ist natürlich die Frage, ob man sich mittelfristig davon emanzipieren kann und am freien Markt Fuß fasst. Das folgende Chart befasst sich u.a. damit.

Auftraege+VitB

Ich habe mich hierbei entschlossen, einen Stammkunden, der im ersten Jahr etwa die Hälfte meines (damals noch bescheidenen) Umsatz ausgemacht hat, für 2015 nicht mehr als „Vitamin-B“ Umsatz zu kategorisieren. Denn erstens sind meine persönlichen Kontakte gar nicht mehr für meine Aufträge zuständig (bzw. arbeiten in ganz anderen Unternehmensbereichen), und zweitens ist im dritten Jahr in Folge nicht mehr davon auszugehen, dass ich nur gebucht werde, weil ich jemanden kenne, sondern weil ich eventuell unter Umständen vielleicht auch ganz passable Arbeit liefere ;-) Trotzdem ist der Umsatz über Vitamin B in der Summe etwa auf gleichem Niveau geblieben, weil sich eben doch immer wieder auch andere Türen auftun, insbesondere wenn Freunde und Bekannte sehen, dass man auch dauerhaft auf professionellem Niveau arbeitet.

Ich habe aus diesem Grund aber noch ein bissi weiter gebohrt und überhaupt mal geschaut, woher denn meine Aufträge, aber auch konkrete Umsätze herrühren. Und da wurde es richtig interessant.

Kundenquellen

Die erste Spalte ist ja schon von oben her bekannt. 20% meines Umsatz kommt als nächstes von Wiederholungstätern, also Firmen, für die ich 2014 schon gearbeitet habe. Auch das ein schöner Vertrauensbeweis. Wenn man sich die Zahlen der Aufträge im Vergleich Neukunden On- und Offline anschaut ist dort schon eine kleine Diskrepanz zu erkennen. Ungefähr 60% kommen über meine Webseite (dazu gleich noch mehr), und nur knapp 40% über Empfehlungen oder anderweitige Akquise (die dieses Jahr zugegebenermaßen etwas zu kurz kam). Interessant wird es aber, wenn mann die Umsätze oder On- und Offline-Kunden vergleicht. Während Neukunden, die mich im Web gefunden und anschließend beauftragt haben beinahe die Hälfte meines Umsatzes ausmachen, ist es bei den Offline-Neukunden nur knapp 1/8. Hieraus kann man natürlich die verschiedensten Schlüsse ziehen. Meiner ist, mich bei der Offline-Akquise stärker auf Großkunden und Multiplikatoren (Agenturen) zu konzentrieren.

Wie kommen aber nun die Online-Kunden auf mich? Google Analytics gibt ein wenig Aufschluss.

WebQuellen

Der Großteil kommt über die organische Google-Suche (also keine Anzeigen o.ä.). Mein SEO scheint also ganz gut zu funktionieren. Bei den von mir gewählten Keywords erscheine ich meist auf der ersten Seite der Suchergebnisse.

Ebenfalls recht viele Besuche kommen über andere Links. Leider sind die meisten davon eher irrelevant, da es irgendwelche Bots, Crawler oder Linksammler sind. Ebenso hat für mein Geschäft Facebook keinen großen Mehrwert – meine Fans dort sind neben Freunden vor allem andere (Hobby-)Fotografen. Die Facebook-Seite dient mir im geschäftlichen Zusammenhang lediglich dazu, auf meiner Webseite stehen zu haben „423 Personen gefällt das“ – als Zeichen an Besucher, dass der Kerl hier nicht ganz schlecht sein muss … ;-)

Recht viele haben meine Webadresse auch direkt eingegeben oder in den Bookmarks gespeichert – wie viele davon potentielle Kunden sind, bleibt aber im Dunkeln.

Als anscheinend sehr hilfreich hat sich ein Tipp von Michael „Omori“ Kirchner erwiesen, den ich vor einiger Zeit auf fotografr.de fand. Und zwar zeigte er dort das Vorstellungsvideo eines Magazin-Fotografen. Klar wusste ich, dass ein fettes Promo-Video ne tolle Sache ist, aber der zeitliche und finanzielle Aufwand ist doch enorm … dachte ich. Leider finde ich den Beitrag nicht mehr, aber im Kern war es ein Video, bei dem der Fotograf einfach irgendwo halbwegs ordentlich ausgeleuchtet saß und über seine Arbeit gesprochen hat. Zwischendrin wurden immer mal Bildsequenzen hineingeschnitten und drunter lag eine angenehme Musik. Es war durchaus professionell, aber nicht mit Riesen-Aufwand produziert. Das wichtigste aber, seine Arbeit und SEINE PERSÖNLICHKEIT, kamen gut rüber. Und das war das Entscheidende. Man wird zwar für keine Fähigkeit gesucht, aber für seine Persönlichkeit wird man gebucht. Ich habe also dann mit kleinem Budget (und der Tatsache dass ich im Videoschnitt nicht ganz unbeleckt bin) ein Video gebaut, auf das ich immer wieder angesprochen werde.

Video

Es wird zwar fast ausschließlich über die Einbettung in meiner Webseite aufgerufen, aber das ist auch so gewollt. Es soll zeigen, wer da so kommt, wenn man mich bucht. Und das scheint bei vielen Kunden gut anzukommen – und von denen, die mich im Video blöd finden, höre ich ja nichts. Die gibt es sicherlich auch. Aber dass die mich nicht buchen, ist vermutlich für beide Seiten besser.

Hier noch kurz der Link:

Natürlich gäbe es zum letzten Jahr noch viel mehr zu erzählen, z.B. meine erste Vernissage mit Portraits bekannter Comedians in einer Kleinkunstbühne, große Aufträge bei denen man ganz schön ins Schwitzen kommt, Kamera-Upgrades, die Renovierung und Neueinrichtung meines Mini-Büros und vieles mehr. Aber vielleicht haben wir ja im März die Gelegenheit persönlich zu sprechen. Hier noch mal der Link zum Seminar. Das wird sich lohnen. Echt jetzt ;-)

http://creativebiz.de/von-der-fotografie-leben/

P.S. … und ein paar neue, überhaupt-nicht-business-mäßige Headerbilder, habe ich dem Blog auch spendiert ;-)